Die Blockierung oder der notwendige Auschluss diskursstörender Elemente

Jeder kennt es. Man diskutiert ein Thema auf Facebook* und zack, dein Gegenüber…

…versieht deinen ernst gemeinten Beitrag mit einem dieser unsäglichen Häme-Smileyes
… formuliert seine Antwort mit drei lachenden Smileys … versieht alles mit dem roten Wutgesicht und jeden Satz mit sieben Ausrufezeichen
… sagt dir ins digitale Gesicht, wie dumm du seist
… droht womöglich sogar mit Gewalt

Es gibt eine intensive Verrohung der Gesprächskultur im Netz. Und ich habe für mich schon vor einiger Zeit eine Antwort darauf gefunden: die Blockierung.
Aber bei dieser Antwort geht es nicht nur um mich. Es geht um die Debattenkultur. Denn schlussendlich gibt es nur einen Weg, toxische Elemente wieder auf einen normativ akzeptablen Kurs zu bringen: den Ausschluss.
Gemäß Karl Poppers Toleranzparadoxon darf man niemanden tolerieren, der selbst intolerant ist. Im Gegensatz zur Überzeugung mancher Milieus, wie rechte Wutbürger oder Impfgegner, ist mit Intoleranz nicht schon der Widerspruch an sich gemeint, wohl aber geben bestimmte Verhaltensmuster in diesem Widerspruch Aufschluss über die Einstellung zur Toleranz des Gegenübers.
Anders gesagt: es zählt (menschenfeindliche Positionen ausgenommen) weniger das “Was” als viel mehr das “Wie.”
Wer dich digital auslacht, beleidigend oder übergriffig wird, oder gar Gewalt androht, toleriert deine Position nicht und bedient sich des Mindsets, das man heute wohl unter dem Begriff “Cancel Culture” zusammenfassen würde. Denn in diesem Moment möchte dein Gegenüber deine Position canceln und macht das durch Abwertung deutlich.
Der einzig logische Schluss also, mit solchen Diskursstörern umzugehen, ist der Ausschluss aus dem Diskurs. Daher bleibt nur die Blockierung als logische Wahl.
Ich persönlich mache da inwzischen auch keinen Unterschied mehr zwischen rechts oder links, Coronaleugner oder Drostenfan, privat oder politisch – ich habe ein klares Regelwerk. Verstößt jemand dagegen, ist diese Person raus aus meinem Diskursfeld – ganz gleich, wie klug oder dumm deren Aussagen gewesen sein mögen. Lediglich bei meinem engeren Umfeld bin ich etwas toleranter – mea culpa. Und ich glaube, dass eine solche Haltung viel mehr Menschen und vor allem dem Diskurs gut täte. Denn wann immer wir uns bemühen, weiterhin sachlich auf den Störer einzugehen, weiterhin anständig mit ihm reden, legitimieren wir sein Verhalten und gestatten es ihm, in Zukunft genauso weiter zu machen.Blocken ftw! ❤

PS: kleine Ausnahmen gibt es natürlich. Hier habe ich ein Meme, das manche witzig finden könnten. Darum sind Lachsmileys hier gestattet. ?

*Übertragung auf andere soziale Netzwerke ist erwünscht

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